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Global Raft (2017)

Global Raft (2017)

Ein Ausrufezeichen in Zeiten des Klimawandels

 

„Landschaft ist Mittel und Ort meiner Kunst, Holz und Wasser mein Material. Das Wasser ist grenzenlos, ein sich wandelnder Kunst-Stoff. Und das Klima ein globaler Kreislauf, selbst ein weltweites Kunstprojekt. Es hängt alles zusammen. Das will ich sichtbar machen: Land-Art wird Earth-Art.“

Nach dem Start in Stuttgart 2010 und Stationen in Köln und Rotterdam wurde das Global Raft mit der Autofähre nach Island gebracht. Dort wurde die durch die Jahre der Reise gezeichnete Floßskulptur mit jungem, isländischem Grünholz, sowie sibirischem Treibholz wieder instand gesetzt.

Unterhalb des größten GletschersEuropas, in der Eislagune Fjallsárlon, begegneten sich dann Holz und Eisberge: zwei schwimmende natürliche Kunstmaterialien mit Biografie.

In einer spektakulären Nature Art-Performance sägte Rappaport eine Skulptur, eine „Melting Sculpture“ aus einem schwimmenden Eisberg.

Wasser selbst wird bei dieser Aktion zu einem vergänglichen, dreidimensionalen Kunst-Stoff.

700 Multiples, Mini-Kugelflöße aus gefrorenem Wasser, mit Baumsamen bestückt, folgten den großen Flößen ins Meer – ein weiteres Bild für globale Klimakreisläufe.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Projektseite global-raft.org

 

Ein archaisches Holz-Kugelfloß ist auf der Reise von Stuttgart den Neckar und Rhein hinunter über Rotterdam nach Island. Dort wird es sich in Eis verwandeln.

Das Land-Art-Projekt des Künstlers Rappaport zitiert dabei die Flößertradition, spielt mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Wassers und zeigt überraschende globale Zusammenhänge.

Eine Nature-Art-Performance im isländischen Sommer

Der Aufenthalt im Wasser des Rotterdamer Havenmuseums hat dem KugelFoß zugesetzt. Der Zerfall der vier Meter großen Plattform aus Schwarzwälder Tanne hat begonnen – das Kugelfloß muss repariert werden.

Die vorläufig letzte Station des Kugel-Floßes: Island

In Island übergibt Rappaport die schadhaften Tannenstämme dem Atlantik. So landet – wie zu alten Holzflößer-Zeiten auch – das Holz des KugelFloßes hunderte Kilometer entfernt von seinem Ursprung.

An Islands Nordküste wiederum stranden uralte Bäume aus den Flüssen Sibiriens. Die Transpolardrift treibt sie zum Nordpol. Riesige oberflächennahe Wirbel des Nordpolarmeeres lenken sie nach Süden, wo der Transpolarstrom sie aufnimmt und an die Nordküste Islands schwemmt. Zehn, fünfzehn Jahre schwammen sie im Wasser. Ihr widerstandsfähiges Holz wird die schadhaften Stämme ersetzen.

Eine Nature-Art-Performance mit Isländern und Gästen.

Über Reykjavik geht die Reise in den Südwesten. Dort liegt Jökulsarlon, der größte Gletschersee Islands, eine Eislagune. Rappaport wird in einer einwöchigen Aktion aus Eis ein identisches KugelFloß sägen.

Mit einer großen Nature-Art-Performance findet hier Global Raft sein vorläufiges Ende: Isländer und Gäste sind zum Stapellauf eingeladen. Sie werden hunderte vorbereiteter kleiner Eisflöße gemeinsam mit den beiden vier Meter großen KugelFlößen zu Wasser lassen.

Rappaport_GlacierLagun

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